Letzte Änderung am Samstag, 22. Oktober 2011 um 12:12:54 Uhr.
| Jahr | Was passiert da? |
| 1336 | Burggraf Otto von Leisnig (*1306- †1363) schenkt der Kirche St. Nicolai den Brückenzoll. Damit wird die Kirche verantwortlich für die Unterhaltung und Instandsetzung der Brücke. (Urkunde ausgestellt zu Penig, 1336) |
| 1361 | In einer Urkunde tritt Burggraf Otto von Leisnig (*1306- †1363) seinen Vettern das Städtlein Waldheim an seine Vettern Heinrichen und Albrechtenten (Gebrüdere und Burggrafen zu Leisnig) ab. |
| 1364 | Johann Vogel führt im Schönburgischen Stamm- Register auf, dass Friedrich Herr von Schönburg Waldheim im Besitz hatte. |
| 1391 | St. Nicolai wird von einer "Capelle" zu einer Kirche erhoben, ein Kloster wird gestiftet. (Gestiftet von Dietrich von Beerwalde.) |
| 26.01.1395 |
Aus der Urkunde der Gemahlin Dietrich vom 26. Januar 1395 verdanken wir die älteste Nachricht über die Zugehörigkeit der Stadt Walheim und der Waldheimer Dörfer zur Herrschaft Kriebstein. Nach einem Eintrag im Kapitelbuch von 1394 des Hauptstaatsarchives aus dem Jahre 1394 umfaßt das Leibgut der Elisabeth folgende Stücke: · Schloß Kriebstein; · in Bernwald 3 Soldi und das Vorwerk; · Tanneberg 7 Schock, 15 Groschen; · die Stadt Waldheim mit ihren Zubehörrungen; · das Dorf Ehrenberg; · in den Dörfern Gruneberg, Richenberg. Schonberg, Nuenhuß, Geberspach und Massinye. Quelle: Frank Brühl |
| 1404-1549 | Die Schloss in Waldheim wird in dieser Zeit ein Augustinerkloster. |
| 1539 | Einführung der Reformation in Waldheim |
| 01.05.1549 | Das Kloster wird durch Auswirkung der Reformation von Georg von Carlowitz aufgelöst und bestimmte Anteile dessen Besitzes der Waldheimer Kirche zugeordnet. Die Namen Klostergasse und Pfaffenberg, die heute noch existieren stammen aus dem 15. Jahrhundert. |
| 1555 | Das ehemalige Kloster wird durch die vier Söhne Georgs von Carlowitz zu einem Schloss umgebaut. |
| 1561 | Der Besitz Georg von Carlowitz wird durch seine Söhne in die Rittergüter Ehrenberg, Kriebstein, Waldheim und Schweikershain geteilt. Waldheim ist nicht mehr so eng mit Kriebstein verbunden und gewinnt damit zunehmends an Selbständigkeit. |
| 1574 | Rudolf von Carlowitz erwirbt von seinem verarmten Bruder Otto das verschuldete Gut Waldheim. |
| 1588 | Kurfürst Christian I. kauft (erwarb?) den Waldheimer Besitz. Dazu gehörten die Stadt, das Schloß, die Klostergärten, ca. 450 Acker Grundbesitz, die Zschopaufischerei sowie die Naturalabgaben und Frondienste einschließlichder Hand- und Spanndienste der Dörfer. |
| 1588-1592 | Das Schloß wird mit großem Aufwand in ein Jagdschloß und die Kirche in eine Schloßkirche umgebaut. Christian I. erlebt die Einweihnung am 09.08.1592 nicht mehr. |
| 15. Jahrhundert | Zusätzlich zum Ackerbau entwickeln sich die Leineweberei und die Tuchmacherei. Später wird die Barchentweberei zum Hauptgewebe. |
| 1400-1600 | Die Schuhmacherinnung 1405, Leineweberinnung 1478, Tuchmacher- und Schneiderinnung 1484 und die Bäckerinnung 1606 siedeln sich an. |
| 1616-1648 | Durch den Dreißigjährigen Krieg entstehen große Schäden durch Plünderungen, Kontributionen, Brände und Seuchen. Waldheim besitzt keine Stadtmauer oder ähnlich schützende Dinge. Über zwei Drittel der Stadtbevölkerung verliert ihr Leben. |
| 1632/33 | Die Pest fordert 400 Tote. |
| 1634 | Ein großer Stadtbrand zerstört die ältesten Häuser am Schloßplatz. |
| 1639 | Die Brücke von Waldheim wird durch die Schweden zerstört. Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung sterben bei diesem furchtbaren Völkergemetzel. Nur ein einziges Bauerngut bleibt in Richzenhain erhalten. |
| 1648-1680 | Langsam erholt sich die Bevölkerung von diesen Schäden. Ein großen Anteil haben die Weber durch ihren Fleiß und ihre Geschäftigkeit. |
| 1680 | Waldheim besteht aus 200 Häusern und teilt sich in eine innere Stadt und den Vorstädten auf, die vor den Toren liegen. Es gibt vier davon: Ober-, Mittel-, Nieder- und Brückentor. |
| 1680 und 1682/83 | Erneut hält die Pest Einzug. |
| 23.07.1684 | Erneut vernichtet ein verheerender Stadtbrand nachmittags um 2 Uhr Waldheim. Er brach im Schulstall der Schule aus und wurde vermutlich gelegt, ähnlich wie am 24.06. des selbigen Jahres. 114 Bürgerhäuser mit allen Seiten-, Neben- und Hintergebäuden und die Kirche gehen verloren. Auf dem Rathaus wird das gesamte Ratsarchiv vernichtet. |
| 1686 | Die Stadtkirche wird nach dem Brand von 1684 zu Pfingsten wieder eingeweiht. |
| 1700-1716 | Von 1700 bis 1716 verarmt das Land durch verschiedene Kriege immer mehr. Viele verlieren Heim und Halt. Durch die Not werden die Menschen gezwungen zu betteln und zu stehlen. Versprengte Gruppen von Soldaten ziehen raubend, mordernd und plündernd durch das ganze Land. |
| 1716 | Kurfürst August der Starke lässt das stark verfallene Schloß in ein kursächsisches Zucht-, Armen- und Waisenhaus umwandeln. Was die Stadt Waldheim bis heute prägte. |
| 1724 | Bau eines neuen Spritzenhauses auf der Südseite der Kirche |
| 1726 | Waldheim besteht aus 215 Häusern. |
| 1728 | 11 Häuser werden bei einem Brand vernichtet. |
| 1735 | 5 Häuser werden bei einem Brand vernichtet. |
| 1756-1763 | Not und Elend werden durch Preußen, Österreicher, Würtemberger und Franzosen im Siebenjährigen Krieg den Waldheimern gebracht. |
| 1761 | Die Preußen plünderen Waldheim vollständig aus und brandschatzen es. |
| 1763 | Johann Paul Trenckmann von Beruf Geometer aus Geringswalde vermißt als erstes im Jahr 1763 die Grundstücke in Waldheim. Flächeninhalt von 42414 Ruten und 67 Schuh (oder auch 283 Scheffel 2 Viertel). |
| 1771 | Waldheim besteht aus 225 Häusern. Der Kreissteuer- Revisor Scharnack wird nach Waldheim beordert um genaue Werte von Grundstücken zu ermitteln. Dies ist wahrscheinlich das erste Flurbuch (ohne Angabe von Größen der Grundstücke) was entstand und bis 1832 fortgeführt wird. |
| 1764-1805 | Waldheim erholt sich langsam wieder von den Schrecken des Krieges. Wieder sind es die Leinenweber die einen großen Anteil haben. Selbst Heinrich von Kleist und Johann Wolfgang von Goethe reisen durch Waldheim. J. W. von Goethe übernachtet im Gasthof "Zum goldenen Löwen". |
| 1806-1813 | Wieder schwierige Zeiten für Waldheim während der Napoleonischen Kriege. Am 5. Mai erreicht die Not ihren Höhepunkt.Die gesamte russische Armee zieht durch Waldheim Richtung Hartha Kreuz und nach verlorenem Gefecht zurück. Die Waldheimer Brücke wird zerstört. Kurze Zeit später lagert die französische Armee in und um Waldheim. Napoleon übernachtet im Rauschenhaus (Niedermarkt 8). Napoleon überwacht am Stadtausgang Richtung Kriebethal die Überquerung seiner Truppen über die Zschopau. |
| 1813 bis 1918 | Für Waldheim beginnt eine friedliche Entwicklung und blüht wirtschaftlich auf. Gewerbezweige entwickeln sich weiter, teilweise industriell. Neues Gewerbe kommt hinzu, wie z.B. holzverarbeitende Industrie, Zigarrenfabrikation, Seifen- und Düngemittelerzeugung. |
| 1830 | Das Zucht-,Armen- und Waisenhaus dient nur noch als Zuchthaus. |
| 10.04.1831 | Morgens 2 Uhr bricht beim Bäckermeister Karl Gottlob Löscher in der Oberstadt ein Feuer aus.2 Menschen sterben (Bäckermeister Zwintz(?)scher & Webermeister Weiße. 72 Häuser werden vernichtet und 200 Familien sind obdachtlos. |
| 29.06.1831 | In der 3. Morgenstunde ensteht im Haus des Lohgerbers Reinhold ein Feuer (Niederstadt). 22 Gebäude werden zerstört. |
| 20.05.1832 | Gegen 0:30 Uhr entsteht ein neuer Brand. 40 Gebäude inkl. Kirche und 3 Scheunen werden vernichtet. |
| 13.11.1842 | Die neue Stadtkirche Sankt Niolai auf dem Kellerberg wird 1842 eingeweiht. |
| 01.12.1843 | 2841 Einwohner leben in 280 Wohngebäuden. |
| 28.11.1848 | Gegen 7:30 Uhr bricht im Haus des Glasermeisters Holzsch am Niedermarkt ein Feuer aus. 10 Wohnhäuser und 9 Hinterhäuser werden vernichtet. 252 Menschen werden obdachlos. |
| 20.07.1850 | 11 Scheunen brennen in der heutigen Mittweidaer Straße nieder. |
| 1851 | A.H.A. Bergmann erfindet die Zahnseife (später Zahnpasta). |
| 20.07.1852 | 14 Gebäude (darunter das Gebäude Hospital zum Kreuz) fallen einem Brand an der heutigen unteren östlichen Bahnhofstraße zum Opfer. |
| 01.09.1852 | Die Bankrottmeile auf Grund von vielen Felseinschnitten, Viadukten, etc. bei Waldheim wird fertigtgestellt. Die Bahnstrecke Riesa-Chemnitz über Döbeln-Waldheim-Mittweida wird eingeweiht. |
| 08.07.1854 | Hochwasser durch ergiebigen Regen und anschwellen der Zschopau, Mortel- und Gebersbacher Bach. |
| 28.08.1856 | 1. Lokale Feuerordnung tritt in Kraft. |
| 10.11.1858 | Gründung des Turnvereins |
| 06.01.1863 | Gründung der Freiwilligen Feuerwehr in Waldheim |
| 1871 | Im Gebersbacher Tal wird ein Krankenhaus eröffnet. Im selben Jahr wird der Siegesturm auf dem Wachbergturm eingeweiht. |
| 1853 | In diesem Jahr leben bereits 3355 Einwohner in Waldheim. |
| 04.09. bis 06.09.1875 | 6. Sächsischer Feuerwehrtag in Waldheim. 2340 Feuerwehrmänner nahmen daran teil. |
| 02.10.1887 | Bezug des Gerätehauses der Freiwilligen Feuerwehr in der Gartenstraße |
| 01.10.1883 | Bezirksfeuerwehrtag in Waldheim |
| 1893 | Die Bahnstrecke Waldheim-Hartha-Rochlitz wird eingeweiht. |
| 1896 | Die Bahnstrecke Waldheim-Kriebethal wird eingeweiht. Sie dient hauptsächlich der Belieferung der Papierfabrik Kriebstein. |
| 22.03.1897 | Einweihung des Kaiser Wilhem Denkmals |
| 30./31.07.1897 | Hochwasser in Waldheim |
| 1902 | Einweihung des neuen Rathauses. |
| 1903 | Einweihung des Wettinbrunnens. |
| 01.06.1905 | Waldheim wächst so rasant, so dass Richzenhain als Ortsteil eingemeindet wird. |
| 24./25.01.1907 | Treibeisstauung auf der Zschopau, dadurch Überflutung flussnaher Gebäude. |
| 04./05.02.1909 | Hochwasser auf Grund von Eisgang; Wasserhöhe 4,40m |
| 13.01.1913 | Inbetriebnahme der öffentlichen elektrischen Feuermeldeanlage mit 7 Straßenmeldern |
| 1914-1918 | 549 Bürger verliert Waldheim im 1.Weltkrieg. |
| 1925 | Richtfest der katholischen Kapelle in der Schillerstraße. |
| 1939-1945 | Waldheim bleibt von Kampfhandlungen verschont. Die russische und amerikanische Armeen treffen an der Zschopau aufeinander. |
| 1950 | Die Waldheimer Prozesse werden abgehalten mit 33 Todesurteilen. |
| 27.12.1989 | Beginn der Arbeit am "Runden Tisch" und des "Neuen Forum", mit der die Wende auch in Waldheim eingeleitet wird |
| 01.08.1991 | Es erfolgt der erste Spatenstich und Baubeginn im Gewerbegebiet. |
| 1994 | Die Gemeinde Reinsdorf wird eingemeindet. |
| 1995 |
Freigabe der Ortsumgehung (4,2 km) mit der neuen, lange ersehnten Niederstadtbrücke für den Verkehr. |
| 1998 | Der Kellerberg wird anlässlich der 800- Jahrfeier der Stadt Waldheim für die Besucher freigegeben. |
| 2000-2001 | Der Obermarkt wird neugestaltet. |
| 04.08.2002 | Einweihung der Postmeilensäule auf dem Obermarkt |
| 12.08.-13.08.2002 | Jahrhunderthochwasser in Waldheim; Überflutung der Zschopaubrücke am Rathaus |
| 2003 | Obermarkt und Zschopaubrücke am Rathaus sind wieder saniert. |
| 2005 | Der Niedermarkt wird neugestaltet übergeben. Waldheim erhält eine der modernsten Kläranlagen Europas. |
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Quellen
- "Zur Geschichte der Stadt Waldheim- waldheim zu Ende des 17. und 18. Jahrhunderts" von Ernst Eulitz; 1891
- 50 Jahre Bestehens der FFW zu Waldheim, Andreas Hecht, 1913