Die Geschichte Meinsbergs



Ganz am Anfang

Am 26.12.1390 wurde Meinsberg erstmals urkundlich erwähnt. Mehrere Dörfer kamen in den Besitz des Benediktinerinnenklosters zu Döbeln, auch Meinsberg war davon betroffen. Waldheim dagegen blieb weiterhin in Besitz von weltlichen Fürsten. Von 1383 gehörte es dem Ritter Dietrich von Beerwalde. Dieser wohnte zunächst im Schloß von Waldheim zog aber einige Jahre nach Kriebstein. Er erhob die Kapelle St. Nikolai zur Kirche. Hier kommt "Andreys von dem Menglizberge" (Andreas von Meinsberg) ins Spiel, er gehörte mit zu den "Altarleuten" (Kirchenältesten). Den Besitz Kriebstein erwarb 1544 Georg von Carlowitz, der sich als fähiger Staatsmann erwies. Weiterhin brachte er auch Meinsberg und Neuhausen in seinen Besitz. Bald nach seinem Tode im Jahre 1574 teilten seine Söhne den Besitz unter sich auf, wobei Neuhausen zum Gut Ehrenberg und Meinsberg zum Gut Waldheim kam. 1579 ging der Besitzer des Gutes Waldheim, Rudolph von Carlowitz, in Konkurs. Meinsberg fiel an Martin von Miltitz zu Scharfenberg. 1588 kaufte Kurfürst Christian einen großen Teil des Verstreuten Besitzes. Städte und Dörfer standen nun unter direkter Herrschaft der Landesfürsten.

1633 hausten die Schweden in Waldheim und den umgebenden Ortschaften. Die Pest forderte zu dieser Zeit auch eine Anzahl von Opfern, unter ihnen auch Meinsberger. 1639 wurde Waldheim nochmals von den Schweden geplündert und zerstörten fast alle Ortschaften. Waldheim und Umgebung wurden 1706 abermals von den Schweden verwüstet im Nordischen Krieg. Zur Zeit des Siebenjährigen Krieges wurde Waldheim 1761von den Preußen geplündert. In den napoleonischen Kriegen, etwa von 1806 an, zogen auf der alten Heerstraße Dresden-Altenburg ständig Truppen durch Waldheim. Im Jahr 1813 wurde in Meinsberg die erste Schule erbaut. In dem Frühjahr diese Jahres errang Napoleon noch einmal unbedeutende militärische Erfolge. So vertrieb er Anfang Mai die Russen aus Waldheim, die beim Abmarsch die Zschopaubrücke zerstörten. Auf provisorischen Übergängen überschritten dann am 6. Mai die Französischen Truppen den Fluß. Waldheim wurde besetzt und der Verwalter des Zuchthause berichte von seinen Eindrücken: "Es war eine schrecklich Nacht, da nicht nur um uns herum Wachtfeuer glühten, sonden wir auch in dem nahen Meinsberg ... Güter und Häuser in Flammen aufgehen sahen." Nach dem Sieg über Napoleon gab es einige Jahrzehnte der Ruhe, in der manches Gute sich durchsetzen konnte. Als in den Jahren nach 1830 die Leibeigenschaft der Bauern und die damit verbundenen Frondienste aufgehoben wurden, bedeutete das 1834 den Fall für Meinsberg. Das neue Schulhaus wurde in den Jahren 1837/38 "auf der höchsten Anhöhe von Grund aus neu aufgebaut". In der "Sächsischen Kirchengalerie" wird berichtet daß Meinsberg 1840 164 Einwohner gehabt hat.

Im Preußisch-Österreichischen Krieg wurde die Gegend 1866 nochmals von kriegerischen Handlungen heimgesucht. Sie war den Preußen schutzlos ausgeliefert, da das mit den Österreichern verbündete sächsische Heer unter Kronprinz Albert sich nach Süden zurückgezogen hatte.

Meinsberg in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Meinsberg war ein selbständiges Dorf mit eigener Gemeindeverwaltung. Die verschiedensten Gewerbe waren angesiedelt. So gab es je einen Bäcker, Fleischer, Schneider, Schmied und Stellmacher und sogar zwei Schuhmacher. Der Bürgermeister und der Steuereintreiber, die die Geschicke des Dorfes in der Hand hielten, übten diese Dienste nebenamtlich aus. Das Rittergut gehörte der Familie Rockhausen. Die Brüder William und Georg besaßen Fabriken in Waldheim, wohnten aber beide in Meinsberg. Vom damaligen Zusammengehörigkeitsgefühl der Einwohner zeugten die verschiedenen Vereine, wie zum Beispiel der Gesangsverein und der Arbeiterverein "Zur Gemütlichkeit", ... . Ein besonderes Ereigniss, an das sich noch die alten Meinsberger erinnern können, ist die Errichtung des "Denkmals" am Ortseingang im Jahre 1921. Hierzu wurde unter großer Mühe auf einem Pferdefuhrwerk ein riesiger Findling aus der Leipziger Gegend herangekarrt, behauen und mit einer gußeisernenn Tafel versehen. Auf der Tafel stehen die Namen der 34 Gefallenen des 1. Weltkrieges.

Quelle: www.meinsberg-in-sachsen.de